Dedenborn

    Ein malerisches Dorf in der Eifel

    Dedenborn ist ein Höhen-Ortsteil der Gemeinde Simmerath in der Städteregion Aachen. Er liegt an der Rur ca. 10 km östlich von Monschau an der L106 zur Rurtalsperre in der Nordeifel.

    Der Ort ist auf Gesteinen des Unterdevons errichtet, die als Rurberg-Schichten bezeichnet werden. Es handelt sich um eine Abfolge von Sedimentgesteinen, bestehend aus dunkelgrauen Tonschiefern, in die einzelne Grauwacken-Bänke eingelagert sind, die während des Pragiums vor etwa 410 Millionen Jahren auf einem tiefgelegenen Schelfbereich abgelagert wurden. Am südwestlichen Ortsausgang befindet sich eine besondere tektonische Erscheinung, die als Mullion-Struktur bezeichnet wird und in der Eifel nur zwischen Einruhr und Monschau vorkommt.

    Historisches

    Der Name Dedenborn wird nachweisbar erstmalig 1557 erwähnt (Erstbezeugung 1557/58 Dietenborn; und 1560/61 der Dedenbor; als Beiname in einem Personennamen 1560/61 Vaiß uff dem Diedenborn).

    Die Anfänge von Dedenborn (1557/58) mit seinen unabhängig voneinander entstandenen Ortsteilen Rauchenauel (1549/50) und Seifenauel (1564/65) fallen in die jüngere Siedlungsphase des Monschauer Landes von der Mitte des 15. Jahrhunderts, als auch die größeren Täler aufgesiedelt wurden.

    Während aber die meisten dieser Siedlungen ihre Entstehung gewerblichen Zwecken und Mühlenwerken verdanken, sind die drei Ortsteile landwirtschaftliche Gründungen. Da die Ortsnamen unter den Mühlenzwängen des Landrechts von 1516 nicht auftauchen und seit ca. 1500 eine geordnete schriftliche Verwaltungsführung bestand, ist anzunehmen, dass die Siedlungen nicht lange vor der ersten schriftlichen Erwähnung entstanden sind.

    Der Ort verdankt seinen Namen einer markanten Quelle (mundartlich: Bú-er = Born »sprudelnde, fließende Quelle«. Das Wort ist etymologisch identisch mit Brunnen, doch unterscheidet man in der regionalen Mundart in fließendes Quellwasser und stehendes Wasser aus einem gegrabenen, künstlichen Brunnen (mundartlich: Pötz). Das Bestimmungswort ist eine Kurzform aus einem zweigliedrigen Personennamen vom Typus Diet-rich, Diet-helm o.ä.. Der namengebende Born dürfte auf die Flurstelle Kell zu beziehen sein, die ständig Wasser führt.

    Die Besiedlung ist wohl aus dem Raum Simmerath-Kesternich durch das Tiefenbachtal her erfolgt; dorthin bestand die erste Wegverbindung. Eine neue Orientierung des Ortes hat sich durch den Straßenausbau ergeben: Im 19. Jahrhundert erhielt Dedenborn Anschluss an die Chaussee Simmerath – Gemünd über eine Abzweigung unterhalb der »Schönen Aussicht«, erst 1939 folgte im Zuge der Westwallarbeiten der Straßenbau ruraufwärts nach Hammer und Grünenthal (heute L 106 bzw. K 21, Fertigstellung in den 50er Jahren). Der Ausbau der Verkehrswege war entscheidend für den Strukturwandel zu einem modernen Fremdenverkehrsort.

    In kommunaler Hinsicht brachte die preußische Neuordnung 1816 zunächst eine eigenartige Konstruktion, indem Dedenborn mit Hechelscheid und Woffelsbach einerseits, andererseits Ru(h)rberg und Pleushütte jeweils eine Bürgermeisterei bildeten. Sie wurden 1836 zur Bürgermeisterei Ru(h)rberg zusammengelegt. Als Teil der Gemeinde Ru(h)rberg kam Dedenborn 1936 zum Amt Kesternich und wurde 1972 schließlich Teil der Gemeinde Simmerath, was in gewisser Weise wieder an die Pfarrorganisation des 18. Jahrhunderts anschließt.

    Sonstiges

    Es gibt 19 denkmalgeschützte alte Bauernhäuser und Naturdenkmäler in Dedenborn, deren Erhalt und Pflege den Bewohner wie auch dem Ortskartell ein stetiges Anliegen ist. Dafür wird ein Vielfaches an Eigenleistung und Eigeninitiative von der Bevölkerung und den Helfern erbracht.

    Leider findet man die für die Nordeifel sehr typischen Rotbuchenhecken nur mehr selten vor, da diese in den Nachkriegsjahren und dem damit verbundenen Neuaufbau des Ortes vielerorts weichen mussten. Den eindruckvollsten Baum, eine Linde aus dem 17. Jahrhundert (ca. 350 – 400 Jahre alt) kann man an der Kirche auf dem »Pfarrer-Engels-Platz« bewundern.

    Der neue Friedhof wurde 2002 eindrucksvoll in die Landschaft und das Ortsbild eingebettet. Im Oberdorf in der Waldstraße, gibt es auf der Zuwegung zur Grillhütte einen großen zentralen Spielplatz mit zusätzlichen Hinweistafeln über heimische Wild- und Pflanzenarten. Dem Spielplatz angegliedert ist eine Spiel- und Bolzwiese.

    Drei Bäche (Brommersbach, Brombach, Tiefenbach) aus den Nebentäler der Rur, deren Bachläufe wegen der dort anzutreffenden Biotope zum Naturschutzgebiet erklärt wurden, münden nahe Dedenborn in der Rur.

    Etwas abseits von Dedenborn liegt die unter Denkmalschutz stehende ehemalige Ölmühle im Tiefenbachtal zwischen Dedenborn und Kesternich. Hier wurde vornehmlich aus Bucheckern Öl für Lampen herausgepresst. Die Anlage besteht aus dem 3-geschossigen Wohnhaus aus dem 17. Jahrhundert (Bruchstein) mit links anschließendem 2-geschossigen Anbau. Vor dem Haus steht ein hölzernes Kruzifix aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Vom Haus, in dem das Mahlwerk untergebracht war, sind nur noch die Grundmauern erhalten. Gegenüber dem Wohnhaus steht ein kleines Bruchsteinhaus als einzig erhaltener Rest eines größeren Gebäudes aus dem 19. Jahrhundert.

    Die »Schöne Aussicht« ist ein historischer Aussichtspunkt hoch über dem Südende des Obersees zwischen Dedenborn und Einruhr. Landrat Bernhard Freiherr von Scheibler, der Friedrich Wilhelm IV. bei seinem Besuch im Monschauer Land begleitet hatte, errichtete dort 1887 ein steinernes Kreuz, das seither mehrfach erneuert wurde. Nur der Sockel, der das Familienwappen des Landrats trägt, ist noch der ursprüngliche. Der Blick von hier in Richtung Dedenborn ist wohl einmalig und wurde in jüngerer Zeit zum »Eifelblick« erkoren.

    Einen weiteren Aussichtspunkt auf den schönen Rurtalort findet man auf dem »Spicher«, einer Felsnase oberhalb der Rur von der Waldstraße und aus Rauchenauel gut erreichbar. Hier errichteten Jungmänner aus Dedenborn zum Dank für ihre heile Rückkehr aus dem 2. Weltkrieg, 1954 das große »Weiße Kreuz«. Nicht weit von diesem Kreuz erbaute der Verkehrsverein Dedenborn, 1976 die damals erste Grillhütte dieser Art im Monschauer Land. Etwas südlicher trifft man auf den Waldlehrpfad am Rundwanderweg zwischen Dedenborn und Einruhr.

    Entwicklung

    Dedenborn ist eher ein lang gezogenes Straßendorf mit wenigen Seitenstraßen. Allein die L 106 vom Ortsanfang in Seifenauel, über Rauchenauel, der Hammerstr. bis zum Ortsausgang zieht sich über mehr als 3 km, zunächst ins Rurtal und dann wieder über viele Kehren hinauf auf die Höhe.

    Dennoch besteht eine lockere Bauweise die typisch ist für fast alle Nordeifeldörfer. Oftmals ist da wo die Bebauung relativ dicht ist, eine starke Verflechtung zwischen öffentlichen Straßenraum und privaten Freiflächen und der umgebenden Landschaft entstanden. Andererseits wiederum sind beispielsweise zwischen Seifenauel und Rauchenauel, wie auch von dort hinauf ins Oberdorf, viele Flächen Brachland welche durch felsiges Gelände und natürlichem Wildwuchs gekennzeichnet sind.

    Nachdem jahrelang kein Neubaugebiet geplant wurde, sind nach der Fertigstellung der Kanalisation im Jahre 2005 in der Straße »Auf den Feldern« ca. 20 Baustellen als Verbindung zwischen Rauchenauel und der Hammerstraße erschlossen worden. Ausreichend weitere Baugrundstücke befinden sich in Privateigentum. Ein Flächennutzungsplan ist erst kürzlich in 2010 neu erstellt worden.

    Durch die Entstehung des Nationalparks Eifel profitiert auch Dedenborn vom aufstrebenden Wander- und Fahrradtourismus. Der Ort liegt am Premiumwanderweg »Eifelsteig« und am »Wildnistrail« und ist Etappenort des »Matthiasweg« von Aachen nach Trier. Zudem streifen zahlreiche regionale Wanderwege wie die »Heckenlandroute« von Eicherscheid aus kommend unseren Rurtaldorf. Von der Rursee Touristik GmbH wurde ein Dorfrundgang von 2,3 km Länge angelegt (siehe Dorfrundgang). Der überregionale und viel genutzte »Rurufer-Radweg« führt ebenso durch Dedenborn.